Glossar

Rund um Depression, Therapie und Ämter fallen viele Abkürzungen. Hier findest du die wichtigsten kurz und verständlich erklärt.

Beim Arzt, in der Klinik, bei der Krankenkasse oder im Gespräch mit anderen Betroffenen tauchen ständig Kürzel auf. Damit du nicht rätseln musst, haben wir sie nach Themen sortiert. Diese Erklärungen sind bewusst einfach gehalten und ersetzen keine ärztliche oder rechtliche Beratung.

Therapieformen & Methoden

VT – Verhaltenstherapie
Arbeitet an konkreten Denk- und Verhaltensmustern im Hier und Jetzt. Anerkannte Kassenleistung.
KVT – Kognitive Verhaltenstherapie
Variante der Verhaltenstherapie mit Fokus darauf, hinderliche Denkmuster zu erkennen und zu verändern.
TP – Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Bearbeitet unbewusste Konflikte, oft mit Bezug zur eigenen Lebensgeschichte. Kassenleistung.
PA – Analytische Psychotherapie / Psychoanalyse
Intensivere und längere Aufarbeitung tieferliegender Konflikte. Kassenleistung.
ST – Systemische Therapie
Bezieht das soziale Umfeld und wichtige Beziehungen mit ein. Seit 2020 Kassenleistung für Erwachsene.
EMDREye Movement Desensitization and Reprocessing
Methode zur Behandlung von Traumafolgen, unter anderem mit gelenkten Augenbewegungen.

Behandlung & Einrichtungen

PIA – Psychiatrische Institutsambulanz
Ambulante Behandlung an einer Klinik, vor allem für Menschen mit schwereren oder chronischen Erkrankungen. Ein Team aus verschiedenen Berufen betreut gemeinsam.
TK – Tagesklinik
Teilstationäre Behandlung: tagsüber in der Klinik, abends und nachts zu Hause. In Landau gibt es eine Tagesklinik des Pfalzklinikums.
RPZ – Regionales Psychosomatisches Zentrum
Regionale Anlaufstelle des Pfalzklinikums in Landau für Menschen in psychischen oder psychosomatischen Krisen.
SpDi – Sozialpsychiatrischer Dienst
Kostenlose Beratung und Unterstützung des Kreises für psychisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen.
APP – Ambulante psychiatrische Pflege
Ärztlich verordnete pflegerische Unterstützung zu Hause.
KJPP – Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.
Reha – Rehabilitation
Mehrwöchige (teil-)stationäre Maßnahme, um Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.

Diagnosen & Klassifikation

ICD-10 – Internationale Klassifikation der Krankheiten
Verzeichnis der WHO, in dem jede Diagnose einen Code hat. So steht in Attest oder Bericht oft nur ein Kürzel. Nachfolger ist die ICD-11.
F32 / F33 – ICD-Codes für Depression
F32 steht für eine depressive Episode, F33 für eine rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung.
rez. – rezidivierend
Wiederkehrend, in Phasen erneut auftretend.
Komorbidität
Das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen, zum Beispiel Depression und Angststörung.
PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung
Psychische Erkrankung, die nach einem oder mehreren belastenden Erlebnissen auftreten kann.
BPS – Borderline-Persönlichkeitsstörung
Erkrankung mit starken Schwankungen in Gefühlen, Selbstbild und Beziehungen.
ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
Kann auch im Erwachsenenalter bestehen und tritt häufig gemeinsam mit einer Depression auf.
SVV – Selbstverletzendes Verhalten
Sich selbst absichtlich zufügen von Verletzungen, oft als Versuch, unerträgliche Anspannung zu regulieren.

Medikamente

AD – Antidepressivum
Medikament gegen Depressionen. Die Wirkung setzt meist erst nach zwei bis vier Wochen ein – Geduld gehört dazu.
SSRI – Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
Häufig verordnete, meist gut verträgliche Antidepressiva.
SNRI – Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
Antidepressiva, die auf zwei Botenstoffe im Gehirn wirken.
TZA – Trizyklische Antidepressiva
Ältere Wirkstoffgruppe, die weiterhin eingesetzt wird.
MAO-Hemmer – Monoaminooxidase-Hemmer
Antidepressiva, bei denen manche Wirkstoffe bestimmte Ernährungsvorgaben erfordern.

Sozialrecht & Alltag

GdB – Grad der Behinderung
Maß von 0 bis 100 für eine Beeinträchtigung. Ab einem GdB von 50 gilt man als schwerbehindert und hat Anspruch auf Nachteilsausgleiche.
AU – Arbeitsunfähigkeit
Die Krankschreibung durch Ärztin oder Arzt.
EM-Rente – Erwerbsminderungsrente
Rente, wenn man aus gesundheitlichen Gründen ganz oder teilweise nicht mehr arbeiten kann.
BEM – Betriebliches Eingliederungsmanagement
Angebot des Arbeitgebers nach längerer Krankheit, das die Rückkehr an den Arbeitsplatz erleichtern soll.
Stufenweise Wiedereingliederung („Hamburger Modell")
Langsame Rückkehr in den Job mit schrittweise ansteigender Stundenzahl.
MD – Medizinischer Dienst (früher MDK)
Begutachtet im Auftrag der Krankenkassen, zum Beispiel Arbeitsunfähigkeit, Reha oder Pflegebedarf.
TSS – Terminservicestelle
Vermittelt unter der Nummer 116 117 Arzt- und Psychotherapietermine.
KV – Kassenärztliche Vereinigung
Organisation der Kassenärzte und -therapeuten; betreibt unter anderem die Terminservicestelle.

Selbsthilfe & Krise

SHG – Selbsthilfegruppe
Betroffene treffen sich eigenverantwortlich zum Austausch auf Augenhöhe – so wie Mithril.
KISS – Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe
Berät und vermittelt Selbsthilfegruppen. Für unsere Region ist das KISS Pfalz.
TS – Telefonseelsorge
Kostenlose, anonyme Beratung rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Ein Begriff fehlt oder ist unklar? Sprich uns beim nächsten Treffen an oder frag bei KISS Pfalz nach – wir ergänzen das Glossar gerne.

Hilfe & Anlaufstellen